Sauter au contenu principal
actuellecd

Blogue

162 résultats
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24
  • 25
  • 26
  • Palétuvier (rouge) dans Bad Alchemy

    «Kritik», Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, no 69, 1 mars 2011
    mardi 1 mars 2011 Presse

    Von Palétuvier (rouge) (&13) gibt es noch die Versionen Gris, Noir & Blanc als MP3-Alben. In die Mangrovenwälder entführen Diane Labrosse (Sampler), Philippe Lauzier (Bassklarinette & Saxophone) und Pierre Tanguay (Schlagzeug). Dazu kitzeln sie die Phantasie mit finessenreicher elektroakustischer Improvisation. Durch close miking wird ein geräuschhaftes Ambiente plastisch hingetupft. In ihrer stelzwurzligen und faunischen Intimität ist diese salzige Gezeitenzone menschenfern ganz für sich. Gurrend und grollend, knisternd, wischelnd und schnaubend, hier ein Krabbeln, ein Klacken, Kratzen, Tickeln, da ein Pfeifen oder ein kurzes Quak, die Mangroven erwachen für einen neuen Tag wie jeden Tag (Miso Eratu). Tanguays fragil klickende und gedämpft pochende Perkussion ist die Basis von Allem, Lauzier stößt dazu kurze Impulse, einzelne Tropfen und verhuschte Kürzel, während Labrosse leise heulende Klangfäden spinnt (Dextrus Fitera). Bei Maxias Pitucis spinnt dann das Saxophon Fäden und murmelt und haucht ein Beinahenichts von Melodie, Tanguay vervielfacht sein Getüpfel zu einem Tamtam für einen Krabbentanz, der Sampler emaniert stehende, summende Dröhnwellen, die sich mit Cymbalrauschen und Gonghall vermischen. Für Alvarum Macenza macht Lauzier einen spitzen Flötenmund, Labrosse sirrt und surrt und Tanguay pocht abenddämmrig zum Tagesausklang. Die Nacht senkt sich mit dunklen Drones. Nun, wer Bilder hört, ist selber schuld, aber ikonoklastisch ist diese Stimmungsmalerei auf keinen Fall.

    Ellipsis dans Bad Alchemy

    «Kritik», Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, no 69, 1 mars 2011
    mardi 1 mars 2011 Presse

    Alexis O’hara ist die Hälfte von Mankind. (Die andere ist D. Kimm.) Sie spielt Bass und singt, sehr schön, zu elektronisch frisierten Sounds und manchmal ooht oder doom-doom-doomt sie Human-Beatbox-Beats dazu oder aaht sich selbst den Backgroundchorus. In Montréals Cabaret-Szene auch als Guizo LaNuit bekannt, präsentiert sie auf Ellipsis (&12) zehn Songs, zwei Canciones und ein Chanson. Solo, aber meist nicht allein, denn Freunde aus der Musique-actuelle-Familie — Côté, Falaise, Lipson, Moumneh, Schneider, St-Onge, Trudeau — helfen den Liedern auf die Sprünge. Mit Percussion und noch mehr Bass, dazu den Klangfarben von Gitarre, Trompete, Geige und sogar Saz. Der Charme der Stimme, der uneuphorische, raffiniert ungekünstelt wirkende Tonfall und die Quirkiness der bei aller Programmiertechnik wie handgestrickten Arrangements machen O’Hara zu einer der Sophisticated Ladies des alternativen Pop, wie sie schon mal in der 80ern en vogue waren. Wer kann, darf an Danielle Dax oder Fay Lovsky denken. Bei Ventrites erinnert sie an Liaisons Dangereuses. Die Lieder sind bei aller Helligkeit der Stimme doch melancholisch angehaucht, ein süßes Seufzen und Räsonieren über eigene Unzulänglichkeiten und die Stürme im Wasserglas der Liebe (Detached love song). Hat man Butterfingers, dann fällt das Butterbrot erst recht auf die Butterseite — das hat schon Jean Paul gewusst. Zwischen Kindchenschema-Lalala und Gelächter (Inside joke (love is)) und Stockholm-Syndrom (The Stockholm Effect) ist genug Platz für Optimismus und für XX/XY-Irritation (Twenty-three). 23 pairs of chromosomes, what’s your information? O’Haras ‘Ich’ wünscht sich ein Refugium, aber mit offenem Horizont (A View / Of You). Als Sleepwalker schlafwandelt sie zum Ticktack der Saz einem Ausweg zu, den es nicht gibt. Die französische Balade gelée geht mit rauchigem Existentialismus zu rauchiger Trompete an die Nieren. Reine Solos wie ‘Bugs’ sind vielstimmig geloopt und aufwändiger und theatralischer geschichtet wie manches, das zu Fünft entstand. Es gibt Händchen, aus denen man ganz einfach fressen muss.

    Pink Saliva dans Bad Alchemy

    «Kritik», Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, no 69, 1 mars 2011
    mardi 1 mars 2011 Presse

    Der Trompeter Ellwood Epps (aka Gordon M Allen) und Drummer Michel F Côté setzten gleich noch einmal ihre Nachtmützen auf für Pink Saliva (&11). Zusammen mit Alexandre St-Onge an E-Bass & Laptop stellen sie sich dem Unheimlichen — wenn ich unhomely mal so fehlübersetzen darf. Wie Ror Wolfs Forscher dem Gebiet der dunklen Gefühle und dem vorläufigen Rand der Dinge. Hier sind es — nautilius pompillius und 54° de céphalorgie deuten es an — imaginäre Korallenriffe, bewohnt von imaginären Kopffüßern, den Cephalopoda. Ein Blick auf ein Mitglied der Familie Nautilidae genügt, damit einem die Spucke weg bleibt. Natürlich ist vor solchem Hinter-, besser wohl Untergrund nicht an bloßes Drumsklimbim, Basspuls und Trompetenschall zu denken. Das improvisatorische Spiel ist in Noise gehüllt wie Kopffüßer in ihre Bizarrerie, Femmes fatales in den Eros tyrannos und postmoderne Kunstwerke in die Aura der verlorenen Aura. when you’re real gone, boy, sweet boy… Die Musik ist zugleich manisch, weil Côté mit allen Tentakeln rappelt und klackert, und gewitzt, erfinderisch wie ‘Daedalus’. Was kann ich für die gelehrten roten Heringe im Korallenriff und dass Stücke nachtmützen und eros turannos heißen? Dazu stösst St-Onge noch Elektrowolken, und Côté hackt Lapsteelfetzen. Epps spuckt abgedrehte bizarre Töne wie ein water dragon, geschmurgelte und gespotzte mit noch größerem Gusto als strahlende. Zischende Gitarrenimpulse durchkreuzen zuletzt sein amouröses und irrlichterndes Spiel mit dem molluskenhaft geschmeidigen Bass, der, effektvoll, immer auch etwas mehr ist. Noise ist hier nichts, was von Außen kommt, als Störung. Er ist Ausfluss des Elan vital, der dieser Musik aus allen Poren quillt.

    Ave <w> dans Bad Alchemy

    «Kritik», Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, no 69, 1 mars 2011
    mardi 1 mars 2011 Presse

    Sagen wir’s mal so: Tiari Kese ist womöglich nicht der Spross eines bulgarischen Hussaren und einer Mezzosopranistin, kein Weggefährte von Guy Debord und auch kein renommierter Interpret von Cage und Satie. Ave <w> (&10) dürfen wir allen Fragwürdigkeiten zum Trotz dennoch diesem Phantom zuschreiben, das mit Unit Vector in Vratsa darauf pocht: da — in Vratsa — bin ich geboren. Electronics & Samples sind die wesentlichen Mittel zu Zwecken, die mit marge brut du ƒ, fonction @ <w>; oder Landing at 6 (t) + √2 Titel tragen, denen der Sonic-Fiction-Anspruch quasi auf die Stirn geschrieben ist. Inmitten der phantastischen Noiseströme sind auch perkussive Zutaten von Michel F Côté und die Unanswered Question-Trompete von E Epps, erstere nur mit Mühe, zu erkennen. Keses Einsatz von Organ, Mellotron, Strings, Waldhorn und Stimme kann dagegen nur geglaubt werden als Ingredienzen, die im Kometenschweif dieser schmutzigen Schneebälle von Musik durchs Weltall geblasen werden. Wenn man mit dem Schwebklang der Trompete und, ja, da ist tatsächlich in Dreams of Spartacus’s Spacecraft klagende oder rufende Vokalisation eingemischt, träumend dahin driftet, werden irdische Maßstäbe zunehmend hinfällig. Die Landung erfolgt mit dumpfen Ruck, der Ausstieg mit Gepolter, begleitet von Glockenschlägen per Piano. Die Xeno-Atmosphäre ist mit brodelnd, zischend und rauschend nur unzureichend angedeutet, das Piano darin so irreal wie das Rokoko, in dem schon einmal eine Odyssee im Weltall endete. ‘Reichmann Sum for S’ mischt in den Noise und die erst noch versonnen angeschlagenen, dann diskant pingenden Pianonoten nun doch noch die Strings und noch einmal die saturn-verstrahlte Trompete. Seltsam, seltsam.

    Fléchettes dans ImproJazz

    «Critique», Joël Pagier, ImproJazz, no 173, 1 mars 2011
    mardi 1 mars 2011 Presse

    Dès les premiers sons partagés, on sait que les musiciens présidant aux destinées de cet album ont opté pour une radicalité sans fard inscrite dans la seule authenticité de leurs échanges. Point de concept ici, de prétexte philosophique ni de nouvelles technologies! Nulle déclaration fracassante d’intention! Pas la moindre trace de projet préalable appelant au secours la danse, la sculpture ou la vidéo! Rien de tout cela, mais l’implacable présence, dans le même temps et le même espace, de deux hommes verticaux au bagage impeccable et à la détermination indemne! Le passé les a faits ce qu’ils sont et a saturé leur mémoire et leur âme d’un vécu différent qu’ils peuvent fondre dans un langage commun glané, pourtant, au hasard d’expériences diverses. Ces deux-là improvisent et savent se comprendre puisqu’ils ont les yeux et les oreilles ouverts aux vibrations qui passent de l’un à l’autre et glissent alentour, dans l’air qu’ils respirent et l’atmosphère qui les enveloppe.

    Aussi, nul n’est besoin de s’observer, d’effleurer la musique avec toute la prudence requise lorsque l’on est en face d’un étranger qui, peut-être, ne saisira pas la portée de votre propos. C’est avec gourmandise qu’ils se lancent dans le vide, raclant une surface, soufflant dans un tuyau. Le Canadien Jean Derome est venu chargé de son alto, de quelques flûtes ou appeaux et d’un matériel tout personnel composé des objets les plus hétéroclites. Le Français Lê Quan Ninh a pris la grosse-caisse constituant son seul outil depuis quelques lustres déjà et l’a environnée de divers ustensiles propres à détourner les bruissements du bois, de l’air et de la peau: pommes de pin, archets, petites cymbales, bols tibétains, graviers… Puis ils se sont regardés et, chacun disparaissant dans l’inconnu de sa concentration, ont entamé cette conversation universelle que tous peuvent entendre et que si peu savent alimenter. Il faut dire qu’ils avaient emmagasiné tant de matériau amassé depuis si longtemps que la discussion aurait pu soutenir l’éternité.

    La violence des échanges étonne tout d’abord. Que cela crisse, hurle, grince, dérape et se rejoigne dans l’ultime expression d’une colère enfouie qui, soudain, exploserait, n’est pas la moindre surprise de cet enregistrement en tous points essentiel. Une autre réside également dans l’opiniâtreté avec laquelle les deux hommes perpétuent ce climat d’un bout à l’autre de leur entretien. Ninh a beau, quelquefois, susciter le silence du bout d’une cymbale ou dans le bourdonnement lointain de sa paume sur le tambour, Jean Derome peut toujours convier le jazz et, en quelques phrases, tenter d’apaiser le bouillonnement continu de l’improvisation, la rage reste là, perceptible en filigrane avant de sourdre soudain dans le cri d’un alto, le sifflement d’un appeau ou la stridence imprévisible du métal rayant le métal ou de la peau froissant la peau.

    S’il n’est pas le plus immédiat, parmi les enregistrements récemment parus, le plus aisément audible entre ses aigus déchirants et ses heurts constants, le Fléchettes de Jean Derome et Lê Quan Ninh me semble cependant atteindre son but supposé et réveiller la conscience de quelques cibles encore assoupies. Nos temps sont difficiles, écrasés par une profonde impression de malaise. La douleur s’étale partout, sur écran plasma ou dans les mensonges des politiques visant à nous faire oublier que le monde est plus que jamais une fournaise agréée par les marchands d’armes et leurs commanditaires. Alors que peut faire un artiste si ce n’est rappeler à ceux qui voudront bien l’entendre qu’ils doivent rester vigilants? Les Fléchettes de Jean Derome et Lê Quan Ninh ne se jouent pas au Bar des Sports, mais dans la tête de chaque auditeur, qu’il se suppose cible ou se rêve en archer.

    Les Fléchettes de Jean Derome et Lê Quan Ninh ne se jouent pas au Bar des Sports, mais dans la tête de chaque auditeur, qu’il se suppose cible ou se rêve en archer.

    Récits de neige, Tryptique musique d’hiver dans La Scena Musicale

    «Critique», Marc Chénard, La Scena Musicale, 1 mars 2011
    mardi 1 mars 2011 Presse

    Connue surtout comme improvisatrice et complice de presque toutes les occasions de son conjoint Jean Derome, Joane Hétu vole aussi de ses propres ailes, sa plus ambitieuse initiative étant sa Trilogie de l’hiver, dont le présent compact vient conclure le cycle. Dix ans après la sortie du premier volume (Musiques d’hiver) et quatre ans après le second (Nouvelles musiques d’hiver), ce point d’orgue du triptyque porte bien son titre, car on y entend les musiciens du groupe, voire des tierces parties, racontant à tour de rôle une anecdote personnelle sur la saison. Ces récits constituent en quelque sorte des traits d’unions insérés dans les quinze plages du recueil, regroupées en quatre blocs oscillant entre les 15 à 20 minutes. Lors de l’enregistrement en concert, une série de projections sur écran servaient de complément aux multiples musiques habilement enchevêtrées, dimension ici manquante en dépit des quelques photos (minuscules) incluses dans le livret. Un DVD aurait sans doute rehaussé l’effet global, mais il faut tout de même saluer Joane Hétu pour son travail conceptuel, même certains passages compositionnels très maîtrisés. Notons en terminant que la trilogie complète est disponible dans un coffret à prix spécial.

    il faut saluer Joane Hétu pour son travail conceptuel, même certains passages compositionnels très maîtrisés
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24
  • 25
  • 26