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Kritik

Kai Ginkel, Spex, 24 octobre 2007

Geisteswissenschaften, erschienen bei No Type, ist ein wahres Sammelsurium der Querverweise. A_dontigny, der junge Komponist dahinter, hat sich hiermit ein äußerst ambitioniertes Unternehmen aufgebürdet, das vermutlich nur im augenscheinlichen Durcheinander Bestand finden kann, das dem Hörer in der vorliegenden Musik schroff gegenübertritt. Abgedeckt werden wollen schließlich — in Form von Referenzen, kleinen Fetzen und sonstigen Unscheinbarkeiten — ausgewählte Episoden aus (natürlich) Musik, Philosophie und auch aus der modernen Kunstgeschichte. Ob ein solches Projekt gelingen kann, überhaupt gelingen darf? Man begegnet hier einer etwas trockenen Art von Humor, die das heillose Ineinandergreifen zu einem verführerisch ereignisreichen Flickenteppich zwischen Sample-Akrobatik und enervierender Kunstmusik verdichtet. Erstaunlicherweise zieht und quengelt sich jedoch ein recht eigener, charakteristischer Stil durch die 17 versammelten Stücke: Das macht das Zuhören etwas leichter, glücklicherweise jedoch nicht leicht genug, um aus Geisteswissenschaften am Ende tatsächlich schlau zu werden. — Das Hauptkapital dieser Musik liegt schließlich nicht zuletzt in ihren zahllosen Unklarheiten verborgen. Daher: kurzlebig, aber allemal imposant.

Geisteswissen­schaften
… allemal imposant.